Hören
Otto ist jemand, der alles hört. In der Fischverarbeitungsanlage in Tromsø, wo er arbeitet, weiß er, wenn eine Maschine gleich ausfällt, bevor jemand anderes es bemerkt. Er nimmt eine Tonstverschiebung in einem Gespräch drei Meter entfernt wahr, das Klicken eines Thermostats, der einen halben Grad nachgibt, die Schritte des Nachbarn von oben, der um zwei Uhr morgens aufsteht. Einmal, um fünf Uhr vierzig, blieb er mitten auf dem Boden stehen, neigte den Kopf und sagte „Band 3". Niemand verstand. Vierzig Sekunden später klemmte das Förderband. Seitdem, wenn er etwas über eine Maschine sagt, hört man ihm zu.
Es kommt vom Polarfuchs, der Lemminge durch zehn Zentimeter Schnee allein am Klang orten kann. Studien deuten darauf hin, dass er seinen Sprung am Erdmagnetfeld ausrichtet. Otto jagt keine Lemminge. Aber diese Fähigkeit, zu spüren, was unter der Oberfläche liegt, trägt er mit sich. Manchmal ist es nützlich. Manchmal ist es zu viel: zu viele Stimmen auf einmal lähmen ihn, konstanter Lärm macht ihn reizbar, und die Wollmütze, die er nie abnimmt, ist nicht nur wegen der Kälte — sie dämpft.
Was im Porträt am meisten auffällt, sind die Augen. Bernstein, warm, direkt. Der Rest des Bildes ist kühl: graues Fell, Navy-Mütze, dunkelblauer Pullover. Das Senfgelb der Pulloverstreifen und das Bernstein der Augen sind die einzigen zwei Wärmepunkte in der gesamten Komposition. Auf dem T-Shirt hält dieser Kontrast.







