Der Keller
Otto wohnt in einer vierzig Quadratmeter großen Wohnung in einem Holzhaus aus den Siebzigern, in Kvaløya. Zweiter Stock. An den Wänden seines Zimmers hängt nichts außer einer mit Klebeband befestigten topografischen Karte der Finnmark. In der Küche mehr Stauraum als Arbeitsfläche: Einmachgläser mit handgeschriebenen Etiketten, Eingemachtes, der Schrank voll. Auf der Fensterbank im Wohnzimmer Steine, die er auf seinen Wanderungen an der Küste aufsammelt. Wenn es zu viele werden, gibt er einige zurück.
Er ist niemand, der dekoriert. Aber das führt dazu, dass jedes Ding in seinem Raum dort ist, weil es einen Grund hat. Otto unterhält ein Saatgutlager im Keller des Hauses, ein nachbarschaftliches Tauschsystem, das mit drei Kisten begann, die eine verstorbene Frau hinterlassen hatte. Ragnhild, die Nachbarin, die ihn nachmittags in Hammerfest großzog, hinterließ ihm ein Notizbuch mit Aussaatnotizen und ein paar Kisten mit Saatgut und Eingemachtem. Daraus wurde ein Lager mit Regalen aus Palettenholz, nach Art geordneten Gläsern und einem Notizbuch an der Tür, in das die Leute eintragen, was sie brauchen und was sie anbieten. Ohne Namen. Ohne Website. Ohne Logo. Otto will es nicht formalisieren, weil er Angst hat, dass die Formalisierung es töten würde.
Ein gerahmtes Poster in diesem Kontext ist eine Entscheidung, kein Schmuck. Was du sehen willst, wenn du nach Hause kommst.







