- Ist der Koala vom Aussterben bedroht?
- Mehr, als sein Ruf als Plüschtier vermuten lässt. Die IUCN führt ihn weltweit als Vulnerable (gefährdet), und an der Ostküste Australiens — Queensland, New South Wales und das Capital Territory — ist er seit 2022 als Endangered (stark gefährdet) gelistet. Auf ihn stürzen sich die Abholzung des Eukalyptus, die Brände, die Dürre und eine Chlamydien-Epidemie, die ganze Populationen blind und unfruchtbar macht. Cooper lebt genau in diesem Streifen, und deshalb geht seine Geschichte im Grunde darum, auf die aufzupassen, die noch da sind.
- Ist der Koala ein Bär?
- Nein, auch wenn die halbe Welt »Koalabär« sagt. Er ist ein Beuteltier, ein Cousin des Wombats: Das Junge, das Joey, wächst im Beutel der Mutter fertig heran, bevor es den Kopf hinausstreckt. Dieses Plüschgesicht täuscht; innen ist er ein ziemlich viel seltsameres Tier, als er aussieht.
- Warum röhrt das Koala-Männchen so tief?
- Weil es ein zusätzliches Stimmorgan hat: ein Paar Falten außerhalb des Kehlkopfs, mit denen es den Ton bis zu zwanzigmal tiefer senken kann, als es ihm nach seiner Größe zustünde. Aus einem Viech, das dir in die Arme passt, kommt ein Röhren wie ein Dieselmotor. Das war das Erste, was mich an ihm gepackt hat, und daraus wurde, dass Cooper am Ende Radiomoderator ist.
- Haben Koalas wirklich Fingerabdrücke wie wir?
- Ja, und das ist eines der verblüffendsten Dinge an dem Tier. Sie haben Schleifen, Bögen und Wirbel, die den menschlichen so ähnlich sind, dass man sie unter dem Mikroskop kaum unterscheiden kann, und dabei sind wir nicht mal nah verwandt: Die Evolution kam von sich aus auf denselben Trick, um sich an Ästen festzuhalten. Theoretisch könnte ein Koala Abdrücke an einem Tatort hinterlassen.
- Wie viel schläft ein Koala und warum?
- Bis zu etwa zwanzig Stunden am Tag, und das nicht aus Faulheit. Das Eukalyptusblatt liefert so wenig Energie — und ist obendrein für fast jedes andere Tier giftig —, dass der Koala den Körper in den Leerlauf setzt, um davon leben zu können. Cooper bringt es besser auf den Punkt als ich: »Ich bin ein Sparmodell, das ist was anderes.«
- Was frisst der Koala?
- Fast nur Eukalyptusblätter, und nicht mal irgendwelche: Er wählt an die dreißig Arten von den über sechshundert, die es gibt. Er ist ein so ausgeprägter Spezialist, dass diese Ernährung zugleich sein Superkraft und seine Achillesferse ist: Nimmt man ihm seinen Baum, hat er keinen Plan B. Darin liegt ein guter Teil dessen, warum es ihm so schlecht geht, wenn der Wald verschwindet.
- Wo leben Koalas?
- In den Eukalyptuswäldern und Küstengehölzen im Osten Australiens. Cooper stammt aus dem Tal des Hastings River in New South Wales: ein Kleinstadt-Koala, seit jeher am selben Ort. Er ist kein Tier, das wandert — er wird geboren, lebt und stirbt an seine Bäume geklebt —, und deshalb tut es ihm so weh, wenn diese Bäume nicht mehr da sind.
- Wer ist Cooper?
- Cooper ist ein Koala aus Animal Kinhood, meiner Serie von Tieren, die sich kleiden und leben wie Menschen. In seiner Geschichte gibt er der Frühstückssendung im Radio seiner Kleinstadt an der Ostküste Australiens seine Stimme: Er steht früh auf, grüßt das Tal mit dieser Bassstimme und hat ein Auge auf alle. Hawaiihemd, eine Tasse, die er niemandem leiht, und eine Ruhe, die ansteckt.
- Basiert Cooper auf einem echten Koala?
- Die Figur ist erfunden — die Stimme, der Beruf, das Hemd, alles kommt aus meinem Kopf —, aber das Tier ist Koala bis ins Mark, und alles, was ich über seine Biologie erzähle, ist real und überprüft. Mir gefällt, dass, wer sich in die Figur verliebt, am Ende wahre Dinge über das Viech weiß: Der halbe Reiz von Animal Kinhood liegt genau darin.
- Was ist Animal Kinhood?
- Es ist die Serie, in der ich seit Jahren Tiere porträtiere, als wären sie Personen ihrer Art: mit ihrer Kleidung, ihrem Beruf, ihrem Charakter und ihrem Platz in der Welt. Jedes lebt dort, wo das echte Tier lebt, und trägt, ohne dir eine Predigt zu halten, die Geschichte davon mit sich, wie es seiner Art ergeht. Cooper ist einer von ihnen.
- Sind die Porträts echte Fotos oder mit KI gemacht?
- Es ist digitale Kunst. Ich fotografiere keine verkleideten Tiere und male sie auch nicht: Ich baue jedes Porträt am Computer mit digitalen Werkzeugen — auch generativen —, die ich von Anfang bis Ende selbst führe, und wähle Art, Kleidung, Licht und Ausdruck, bis es genau so ist, wie ich es im Kopf habe. Die Idee, die Auswahl und der letzte Schliff sind meine; die Maschine ist nur ein weiterer Pinsel.
- Wie kann ich Koalas helfen?
- Indem du die unterstützt, die vor Ort sind. Die Australian Koala Foundation pflegt die Karte des Koala-Lebensraums und kämpft für seinen Schutz, und WWF-Australia betreibt seine Initiative Koalas Forever mit dem Ziel, die Zahl der Koalas bis 2050 zu verdoppeln. Die Links findest du direkt hier, im Abschnitt zum Artenschutz auf dieser Seite.