Drei Stunden, Stiche zählend
Ihr erstes vollständiges Tattoo war ein geometrischer Farn auf einem Unterarm. Drei Stunden ohne Pause, die Nadel stach in die Haut, als würde sie mitzählen — denn sie zählt jeden Stich, auch wenn sie sagt, sie tue es nicht —, und ihr Lehrmeister sah vom anderen Ende des Studios zu, ohne ein einziges Mal einzugreifen. Ein ganzes Jahr als Lehrling wartete sie, bevor er sie die Haut eines Kunden berühren ließ: „Wenn du nicht warten kannst, kannst du nicht tätowieren“, und sie konnte warten. Das Porträt erzählt nichts davon; es zeigt nur ihr Gesicht von vorne, mit den silbernen Ringen in den großen Ohren. Der Rest kommt woanders.







